„Nun muss sie die Folgen tragen!“ - Bahamas Nr. 84
Nr. 84 · Frühjahr 2020
Editorial

„Nun muss sie die Folgen tragen!“

  • Und es ward Feuer unterm Dach. Wie in Frankreich dem lesbischen Teenie Mila wegen Beleidigung des Islam kräftig eingeheizt wurde. Mario Möller über die Schwächen des Laizismus und wie er sich im Vergleich mit dem deutschen Schulsystem schlägt.
  • Dreams are my reality, auf diesen Nenner lässt sich der neueste Angriff auf die Psychoanalyse durch den losgelassenen Subjektivismus queerer Selbstidentifikation bringen. Philippe Witzmann beleuchtet das transinklusive Unternehmen und erklärt, wieso die Scheu vor dem Triebkonflikt ihn umso mehr heraufbeschwört.
  • Nach den Morden von Hanau waren sich alle einig: Zuerst kommen die Worte, dann die Taten. Warum diese Gleichung nicht aufgeht, vielmehr der Phantasie derer entspringt, die mit ihr näher an die paranoid-schizophrene des Täters heranreichen, als sie ahnen. Von Justus Wertmüller
  • Die Reindividualisierung gemeinschaftlichen Wahns, die Verlegung der Tat ins rein Private, ist Patentierte Pathologie. Magnus Klaue begutachtet das Urteil über den Mord an Sarah Halimi und kommt zu dem Schluss: Wenn Antisemitismus exklusiv zur ersten Natur von Moslems erklärt wird, nähert sich die französische Rechtsprechung dem deutschen Rechtsverständnis an.
  • Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Idee, die sich auch ohne Corona-Krise hoher Beliebtheit erfreut. Darüber, dass seine Einführung Die nächste Stufe des gesellschaftlichen Verfalls darstellen würde, schreibt Sören Pünjer.
  • Heimatschutz und Naturmuff sind bei den Grünen nur noch Folklore. Das Motto der Stunde lautet: Mehr Technokratie wagen, um der nachhaltigen Kapitalfraktion die Akkumulationsfähigkeit zu sichern. Dass der grüne Produktivkraftfetischismus nichts gegen klimapolitischen Staatautoritarismus einwendet, seinen Sehnsuchtsort in China gefunden hat, und die Grünen dennoch keine Verbotspartei sind, erklärt David Schneider.
  • Die Xi-Jinping-Ideen verbreiten, das haben sich Hamburger antideutsche Linke in einem Augenblick auf die Fahnen geschrieben, in dem in Hongkong die Massen gegen diese Ideen auf die Straße gehen. Martin Stobbe zu den Hintergründen der antichinesischen Protestbewegung.
  • Samuel und Rega, Ida und Vili waren Menschen, verkündete Frank-Walter Steinmeier in Yad Vashem. Wie sich der oberste Repräsentant des Verantwortungsweltmeisters Deutschland eine Schwachstelle im eigenen Erinnerungskonzept zunutze machte, und was das mit einer widerlichen Provokation am Auschwitzgedenktag in Leipzig zu tun hat, dazu Justus Wertmüller.
  • Die halluzinierte Machtergreifung, so nennt Andrea Dielle das Thüringer Spektakel anlässlich der Wahl des Ministerpräsidenten. Mehr über den antifaschistischen Überbietungswettbewerb und darüber, warum das gemeinsame Interesse von Antifa und Björn Höcke an einer Radikalisierung der AFD typisch deutsch ist.
  • Das Geschworenen-Urteil gegen Harvey Weinstein ist Ein Triumph des Willens, in ihm den Hexer zu sehen, dem der Prozess gemacht gehört. Weshalb aus der berüchtigten Casting-Couch im Schauprozess gegen einen Hollywood-Juden die Schlachtbank für unmündige Frauen werden konnte. Von Thomas Maul
  • Auch Österreichs aktuelle türkis-grüne Regierung steht für Republikanismus statt Schicksalsgemeinschaft. Dieter Sturm mit seinen Aufzeichnungen von Gegentendenzen zu Postnationalismus, Islamisierung und Ökokratie in der Alpenrepublik.
  • Was von ihrem Aufsatz bleibt, wenn Hannah Arendts We refugees entzaubert ist und sein Missbrauch für antirassistische Willkommenszwecke offenliegt. Von Paulette Gensler